Bekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen
  1. Vermeidung des Anbaues von gefährdeten Zierpflanzen
  2. Nachblüten von Hand wegzupfen
  3. Periodische Kontrolle aller Wirtspflanzen
  4. Vermeidung von starkem Triebwachstum (Ausgewogene Stickstoffdüngung, kein zu starker Rückschnitt)
  5. Verzicht der Neupflanzung anfälliger Sorten
  6. Regelmäßiges Entfernen von Wassertrieben und Stockausschlägen
  7. Pflanzmaterial-Zukauf nur von kontrollierten Betrieben
  8. Meldepflicht einhalten

Direkte Maßnahmen

Auf chemischem Wege ist Feuerbrand derzeit nicht bekämpfbar, es bleiben daher nur mechanische Maßnahmen. Feuerbrand ist eine meldepflichtige Pflanzenseuche, daher sollte bei Verdacht wie folgt vorgegangen werden:

  1. Meldung an die Gemeinde: Nach Besichtigung der Pflanze vor Ort meldet der Feuerbrandbeauftragte den begründeten Verdacht an den amtl. Pflanzenschutzdienst des Landes Kärnten
  2. Amtl. Pflanzenschutzdienst: Ein Mitglied der „Feuerbrandtruppe“ (5 Sachverständige und dazu zwei hauptamtlich Beschäftigte) kommen zum Verdacht und beurteilen Sachlage
  3. Feuerbrand wird diagnostiziert und geeignete Maßnahmen werden ergriffen: Dies kann sein
    1. Ausschnitt durch Baumbesitzer, Baumwart oder Firma oder
    2. Rodung durch Baumbesitzer oder Firma
  4. Nachkontrolle: Durch den Pflanzenschutzdienst bei großen Obstgärten oder durch den Baumbesitzer selbst im Hausgarten Von Feuerbrand befallene Bäume können nur durch Schnittmaßnahmen gerettet werden. Auf chemischem Wege ist der Feuerbrand derzeit nicht bekämpfbar! Die Schnittmaßnahmen sollten in erster Linie vom Baumbesitzer durchgeführt werden. Ist dieser dazu nicht in der Lage werden die notwendigen Maßnahmen vom Amtl. Pflanzenschutzdienst veranlasst.
  5. Bei starkem Befall (mehr als 30% der Pflanze befallen): Rodung und Verbrennen der gesamten Pflanze vor Ort, da das Bakterium auch in gerodetem Holz monatelang am Leben bleiben kann. Bei Verwendung des Holzes als Brennholz muss das Material trocken und zugedeckt gelagert werden.
    1. Bei schwachem Befall (weniger als 30 % der Pflanze befallen) möglichst rasches Entfernen der befallenen Baumteile
    2. Nur bei trockenem Wetter
    3. Rückschnitt um mind. 30cm ins gesunde Holz
    4. Die Schnittstelle UND die Schere sind nach jedem Schnitt zu desinfizieren
    5. Nachkontrollen und eventuell notwenige weitere Schnittmaßnahmen müssen in kurzen Abständen müssen durchgeführt werden
    6. Auch in diesem Fall muss das Schnittgut möglichst sofort vor Ort verbrannt werden!

Ausschließlich in Erwerbsobstanlagen sind folgende vorbeugende chem. Behandlungen derzeit zulässig: (siehe auch http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesundheit/feuerbrand/faqs/feuerbrand-pflanzenschutzmittel/ )

1. „Regalis“:

Pflanzenhormon, fördert den Triebabschluss und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Neuinfektionen über die Blüte. Einmalige Anwendung: 0,12-0,25%ig / 1500 l Wasser Zweimalige Anwendung: 0,06-0,12%ig / 1500 l Wasser

2. Kupfer (0,06%):

Die zur Schorf- und Obstbaumkrebs-Behandlung üblichen Präparate (Cuprofor) senken den Befallsdruck, insbesondere nach Hagelschlag.

3. “Blossom Protect fb“:

Hefepräparat. Durch die Ausbringung des Mittels soll einer Infektion vorgebeugt werden.

4. Serenade:

Wirkstoff: Bacillus subtilies; Gegen Feuerbrand bei Kernobst während der Blüte in der BRD zugelassen, gilt in Österreich ex lege als zugelassen; für Anwendung im Bio-Anbau bzw. als Begleitmaßnahme empfohlen

5. Derzeit in Kärnten nicht zugelassen ist das Antibiotikum Plantomycin (Wirkstoff Streptomycin). ACHTUNG! Die Zulassungsbestimmungen für chem. Behandlungsmittel ändern sich ständig. Es wird daher dringend empfohlen sich VOR dem Einsatz von Präparaten aller Art mit dem amtl. Pflanzenschutzdienst bzw. der AGES in Verbindung zu setzen.

Hygienemaßnahmen

  1. Handdesinfektion: Sagrosept 3x Einreiben; erhältlich in der Apotheke
  2. Kleidung: Nach Feuerbrand-Arbeiten (auch bei Verdachtsfällen!) mit normalem Waschgang (60°C) waschen.
  3. Desinfektion von Schnittwerkzeugen und Schuhen:
    1. Alkohol 70%, 3 min Einwirkdauer
    2. Menno Florades 3%, 3 min Einwirkdauer
    3. Abdampfen mit heißem Wasser (> 80°C)
  4. Desinfektion der Befallsstellen am Baum nach dem Schnitt
    1. Alkohol 70%, 3 min Einwirkdauer
    2. Menno Florades 3%, 3 min Einwirkdauer
    3. Abflammen der Schnittstelle (Lötlampe, Gasbrenner etc.)